Die Idee

Abschrift eines Kalenderspruchs (Hilde Domin)

Das Wohnheim Kreuzstrasse bietet Menschen, die für die Bewältigung ihres Alltags Unterstützung und Betreuung benötigen, ein Zuhause.
Als Lebensgemeinschaft konzipiert, gibt das Zusammenleben den Bewohnerinnen und Bewohnern Halt und lässt gleichzeitig Spielräume offen für die persönliche Entwicklung. Viele verschiedene Lebensgeschichten finden nebeneinander Platz. Die überschaubare Grösse des Wohnheims ermöglicht sowohl Nähe als auch Distanz. Dem Individualisten hilft ein lockeres soziales Gefüge, das er nach Bedarf nutzen oder meiden kann, andere brauchen einen engen sozialen Kontakt mit dem Team und den Mitbewohnerinnen und -bewohnern, um sich wohlzufühlen.
Im Wohnheim Kreuzstrasse kann man vorübergehend oder auf Dauer leben, jung sein oder alt, geboren werden oder sterben. Wir sind bestrebt, den Bewohnerinnen und Bewohnern in jedem Lebensabschnitt ein erfülltes, ihnen angemessenes Leben zu ermöglichen.

Das Haus

von Westen

Das Wohnheim Kreuzstrasse steht etwas am Rande des Dorfes auf einer kleinen Anhöhe, umgeben von einem Landwirtschaftsbetrieb, der früher Teil der Arbeitserziehungsanstalt Kreckel war, Einfamilienhäusern und der Gemeindegärtnerei mit dem Friedhof. Am Haus vorbei führen der Jakobsweg und der Robert-Walser-Pfad. Zu Fuss gelangt man in ein paar Minuten zum Sportzentrum Herisau mit Schwimmbad, Eisbahn und Fitnessräumen. Von hier fährt auch der Bus ins Dorf und zum Bahnhof. Der Fussmarsch zum Bahnhof dauert etwa zwanzig Minuten, ins Dorf etwas weniger lang.
Das Haus ist grosszügig und zweckmässig ausgestattet und verfügt über mehrere Gemeinschaftsräume, eine grosse Küche und einen Garten. Es ist nicht rollstuhlgängig und es gibt keinen Lift.
In den zwei Obergeschossen sind die 19 Bewohnerzimmer untergebracht. Die Zimmer sind von unterschiedlicher Grösse und Ausstattung und werden als Einzelzimmer vermietet.

Die Bewohnerinnen und Bewohner

Fast alle auf einem Bild

Unser Angebot richtet sich an psychisch kranke und langdauernd sozial beeinträchtigte erwachsene Frauen und Männer. Aufgenommen werden auch Menschen mit leichter körperlicher oder geistiger Behinderung. Sie müssen ausreichend selbständig sein, das heisst ohne Hilfe Treppen steigen, sich waschen und ankleiden können.
Nicht die Erkrankung oder die Form der Störungen sind entscheidend, ob jemand im Wohnheim Aufnahme findet, sondern die Bereitschaft, mit Leitung und Team zusammenzuarbeiten und sich in die bestehenden sozialen Strukturen einzufügen.
In einer Gemeinschaft zusammenzuleben verlangt, Beziehungen zu knüpfen und zu gestalten. Das kann auch heissen, sich mit den andern auseinanderzusetzen, sich Konflikten zu stellen und so nach Lösungen zu suchen, dass alle Beteiligten sich ernst genommen fühlen.

Die Betreuung

In der Budik

Dem einzelnen Menschen begegnen wir mit Zeit. Wir interessieren uns für seine Lebensgeschichte, seine Fähigkeiten und Neigungen, für die Menschen in seinem Umfeld, für seine Arbeit, seine körperliche und seelische Gesundheit, die ärztliche Betreuung.
Wer bei uns eintritt, erhält Zeit zum Einleben, Zeit zum Wahrnehmen und Beobachten, Zeit zum Aufbau von Strukturen und Beziehungen, Zeit, Vertrauen zu fassen, und Zeit, zu sich selber zu finden.
Bei schweren gesundheitlichen und sozialen Beeinträchtigungen gilt es, mit einer langfristigen und behutsamen Planung Entwicklungsschritte einzuleiten und auf Dauer zu ermöglichen. Der Kontakt zu den behandelnden Ärztinnen und Ärzten, Therapeuten und Therapeutinnen wie zu Arbeitgebern sowie Angehörigen und amtlichen Bezugspersonen basiert auf dem Einverständnis der Bewohnerinnen und Bewohner.
Unser Ziel ist das Wohlbefinden der Menschen, die hier leben. Das Wohnheim gibt ihnen ein Daheim. Wir stehen den Menschen zur Seite und begleiten sie in ihren Bewegungen und Veränderungen. Wer sich Ziele setzt oder setzen möchte, dem versuchen wir, auf dem Weg zum Ziel adäquat zu helfen.
Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beruflich qualifiziert und menschlich sehr engagiert sind, betrachten wir als Selbstverständlichkeit. Personal ist rund um die Uhr im Haus, über Nacht mit einem Pikettdienst.

Das Zusammenleben

Sofaecke

Aus den Eigenheiten und unterschiedlichen Temperamenten der Bewohnerinnen und Bewohner ergibt sich ein lebendiges Zusammensein, das gleichzeitig dynamisch und konstant ist und so ein natürliches Lehr- und Lernfeld bietet.
Das Team begleitet stützend, regt Reflexion und Aufarbeitung an, fängt Erschütterungen auf und verhindert ein Auseinanderfallen der Gemeinschaft. Dabei orientieren wir uns daran, was für die individuelle Entwicklung vernünftig und der Gemeinschaft zumindest zumutbar, noch besser förderlich und lehrreich ist.

Die Dienstleistungen

Abendessen

Eine gesunde Ernährung gehört ebenso zur Grundversorgung wie Sauberkeit und Ordnung im Haus und bei der privaten Wäsche, Hilfe bei der Regelung der privaten Finanzen, Unterstützung bei der Zimmereinrichtung und bei anderen Fragen und Anforderungen des Alltags, die kleine Krankenpflege und etwas Haustierhaltung.
Sozialer Mittelpunkt des Wohnheims sind die drei gemeinsamen Mahlzeiten täglich. Im Wohnheim wird gemeinsam gespielt und gelacht, gelernt und diskutiert, zugehört und gestritten. Wir gehen gemeinsam ins Kino, besuchen Ausstellungen, wandern und schwimmen oder verreisen zusammen in die Ferien, respektieren aber auch, wenn jemand seine eigenen Wege geht und in Ruhe gelassen werden will. Bei Bedarf werden Aussprachen und Gruppengespräche organisiert.
Die Grundversorgung wird vom Team gewährleistet, aber wir regen immer wieder zur Mithilfe an.

Die Arbeit

Herdöpfel schele

Die Frage nach der Tätigkeit und der Tagesgestaltung stellt sich individuell und wird meist gemeinsam mit uns und allenfalls weiteren Bezugspersonen zu beantworten versucht. Der gleiche Grundgedanke gilt auch für viele andere Lebensbereiche.
In Herisau, St.Gallen und der weiteren Umgebung stehen diverse Einrichtungen mit geschützten Arbeitsplätzen und für berufliche Massnahmen der IV zur Verfügung.



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